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Balu's Blog

Mein Sonnenschein muss nicht immer leise sein, ...

  • 12 Mai 2014
  • Autor: ejk
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Mein Sonnenschein muss nicht immer leise sein, ...
Er sagte: "Mein Sonnenschein muss nicht immer leise sein, sie darf auch manchmal etwas geräuschvoller sein. Vor allem, wenn sie richtig in Fahrt kommt.”
Rolf hatte ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen und unverhohlen zog er die rechte Augenbraue hoch. Ich hatte ihn bisher nicht als Chauvinisten kennen gelernt. Wann kennt man jemanden wirklich?
“Ihr Fahrgestell ist ein Traum für ihr Alter und an ihren Kurven kann ich mich nicht satt sehen. Egal ob von hinten oder von vorne, sie sieht einfach toll aus. Ich liebe es über ihre Rundungen zu streichen; das sanfte Keuchen, wenn sie anspringt und das leise Wimmern, wenn ich das Tempo steigere.
Ab und zu ist sie ein wenig bockig und versucht sich meiner Kontrolle zu entziehen. In dem Moment muss ich ein wenig nachlassen und wenn ich sie wieder im Griff habe, gebe ich ihr so richtig die Sporen. Ich sag dir, es ist ein geiles Gefühl, wenn sie zu vibrieren anfängt. Dann kann man sie nicht mehr überhören.”
‘Kopfkino’,... dachte ich erschrocken und ich musste mich aufrichtig bemühen, meine Gedanken jugendfrei zu halten.
 “Führst du dein Mädchen manchmal aus?“, versuchte ich vorsichtig das Thema zu wechseln.
Er blickte mich überrascht an. “Na selbstverständlich. Zu Hause würde sie glatt verkommen. Eine wie sie muss man herzeigen. Wir kennen da ein kleines Landgasthaus direkt am Marktplatz eines Städtchens. Wir genießen die dreihundert Kilometer und die Vorfreude auf das gemeinsame Wochenende steigert sich jedes Mal von Minute zu Minute. Du solltest sehen, wie die alle gaffen, wenn ich mit meiner Lady da ankomme. Ich sehe die gierigen Blicke der Männer und genieße es, wie die Frauen sie teils verliebt, teils fast eifersüchtig anstarren. Ich glaube, bei den meisten hätte ich kein Problem, sie zu einem flotten Dreier zu überreden.”
Den letzten Satz unterstrich er, indem er sich seitlich auf die Nase tippte. Was auch immer das bedeuten mochte.
“Da bin ich nicht so”, prahlte er weiter. “Auch andere sollen sich an ihrem Anblick erfreuen und es genießen, wenn sie auf Touren kommt. Wenn jemand verspricht, vorsichtig zu sein, leihe ich sie schon mal für eine halbe Stunde oder Stunde her.”
Meine Gedanken fuhren Achterbahn. Ich mochte Angelique sehr und wollte mir nicht vorstellen, dass sie das alles ohne Widerspruch mitmachte.
“... und sie hat dir noch nie Schwierigkeiten gemacht”, wollte ich wissen.
“Schwierigkeiten”, fragte er entsetzt, als sei das ein Wort, dass er nicht kannte. Sie ist ein Goldstück. Eine treue Seele, wie sie im Buche steht. Dafür habe ich nichts dagegen, wenn sie etwas mehr schluckt.”
Ich bin wahrlich nicht prüde, aber jetzt war meine Schmerzgrenze erreicht. Vielleicht schämte ich mich auch für die geistigen Bilder die ich mit aller Macht beiseite schob.
“Wie kannst du so über Angelique reden. Es geht mich ja nichts an, was ihr hinter verschlossenen Türen macht, aber du solltest eure Praktiken nicht jedem Fremden erzählen!”, fuhr ich ihn an.
Unversehens veränderte sich sein kecker Gesichtsausdruck zu einer bleichen, faltenlosen Maske. Angelique stand in der Tür und hielt ein Tablett mit Kaffee und Kuchen in den Händen.
Frank schnappte nach Luft.
“Wer,... wer,... redet denn von Angelique? Ich rede die ganze Zeit von meinem Sonnenschein - meiner 1954er Sunbeam Alpine. Die schluckt siebzehn, achtzehn Liter...”
Ich spürte, wie sich mein Blut beeilte, um aus meiner Lendengegend in den Kopf kommen. In diesem Moment war ich zutiefst dankbar, das Gedankenlesen noch nicht weit verbreitet war.
“Hat er wieder von seiner ‘Kleinen’ erzählt”, fragte Angelique lächelnd. “Wenn man ihm da zuhört, könnte man als Ehefrau durchaus eifersüchtig werden. Solange ich zu den Wochenenden mitdarf und ICH die Dritte beim Dreier bin, habe ich kein Problem damit.”
“Äh,... ja... böses Missverständnis...”, versuchte ich mich verlegen aus der peinlichen Situation zu manövrieren. Doch es half nichts. Angelique setzte Augen zwinkernd noch einen drauf:
“Und übrigends,... in dem Landgasthof kann ich mich zurückhalten. Lauter werde ich nur zu Hause.”

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Kategorien: Schriftstellerei
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