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Balu's Blog

Ahh … der Herr Schriftsteller, ... bei deiner Schreiberei tut sich aber nicht viel – oder?

  • 7 Januar 2017
  • Autor: ejk
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Ahh … der Herr Schriftsteller, ... bei deiner Schreiberei tut sich aber nicht viel – oder?

Stimmt zum Teil. Im Dezember 2015 habe ich meinen letzten Roman (als Ghostwriter) abgegeben. Die angekündigten Werke, die unter eigenem Namen im letzten Jahr (2016) fertig werden sollten, haben es nicht in die Endausscheidung der wichtigsten ToDo’s geschafft. Dazu muss man eines wissen: Schreiben ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens – aber nicht zu jeder Zeit der wichtigste.

Aber von Anfang an: vor ein paar Tagen traf ich einen alten Schulkollegen. Einen von der Sorte, die einem bei Klassentreffen ihren vermeintlichen Erfolg, ungekürzt und bei jeder sich bietenden Gelegenheit unter die Nase reiben. Zur Strategie, gut dazustehen, gehört auch, mögliche Leistungen der ehemaligen Mitschüler, in möglichst schlechtes Licht zu rücken. Bevor ich noch viel sagen konnte, wusste ich schon, dass er einen neuen Benz, ein neues Haus und eine neue Frau hat … eine, die sich endlich mit seiner Freundin verträgt. Dass sein Sohn aus dritter Ehe- selbstverständlich hochbegabt - im nächsten Jahr auf eine Privatschule wechseln wird und dass er sich frage, warum ich (also ICH, Balu) nicht endlich erfolgreicher mit meinen Büchern sei. Er lese zwar immer meine Ankündigungen und dann käme da nichts. Wahrscheinlich sei der Grund, dass ich so erfolglos sei, dass ich nur reden würde, aber nichts zustande brächte.

Bevor ich auch nur eine einzige Silbe sagen konnte, hielt er mir seine Breitling unter die Nase, tippte darauf und meinte: „Sorry alter Junge, aber erfolgreiche Menschen haben leider Termine. Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich im Stress bin. Irgendwann holt mich der HerzZickZack. Mach‘s gut, und lies mal einen Erfolgsratgeber von jemandem, der wirklich erfolgreich ist.“

Eine Lektion, die ich so knapp nach dem Jahreswechsel gebraucht habe, eine, die mich so richtig aufgeweckt hat und mich mit aller Macht zwang, über mein Leben nachzudenken.

Etwa 3 Sekunden später setzte ich meinen Weg fort und musste schmunzeln. Wie unterschiedlich Menschen doch Erfolg definieren.

Für mich war 2016 ein sehr erfolgreiches Jahr. Vielleicht habe ich einiges von dem, was ich mir vorgenommen hatte, nicht gemacht - aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Dafür habe ich vieles getan, dass ich zu Jahresbeginn noch gar nicht überlegt hatte.

Erfolg, ist (für mich) erst dann einer, wenn er mich selbst glücklicher und zufriedener macht. Mein Schulkollege mag vielleicht ins seinem Sinne erfolgreich sein. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass er glücklicher war, als ich.

Für heuer habe ich selbstverständlich wieder eine Liste mit Interessen, Aufgaben und Zielen zusammengestellt. Die Liste ist viel zu lang, als dass ich alles umsetzen könnte. Nichts auf dieser Liste macht mich weniger glücklich, wenn ich es nicht „abarbeite“ – aber alles darauf macht mich glücklich, wenn ich mich (wieder) damit beschäftigen kann.

Vielleicht kann ich irgendwann an meinem Lebensende nicht aufzählen, was ich alles erreicht habe. Aber ich kann zumindest aus tiefstem Herzen sagen: „Ich habe getan, was ich liebte!“

Lieber F.! Lies du mal mein Buch „Mit 40 war Schluss“. Vielleicht ersparst du dir damit den Herzinfarkt.

Foto: Gipfelkreuz Hohenstein, 2016 habe ich (Berg)wandern für mich (neu)entdeckt

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